Kapitel 5

DER REDNER

VOIZ

Usbekistan 1999, R: Yusup Razykov

Format: DCP // Sprachfassung: OmeU

Die Errichtung der Sowjetmacht in Usbekistan und die Zwangsbefreiung der muslimischen Frauen von der  Verschleierung wird in Yusup Razykovs Film auf groteske Art und Weise offenbar. Er schildert mit viel Ironie und Empathie die Zerrissenheit der Menschen zwischen der neuen bolschewistischen Ideologie und traditionellen islamischen Werten.

Die Tragikomödie erzählt die Geschichte des jungen Kutschers Iskandar und seinen drei Frauen. Er gewährt einem verwundeten russischen Revolutionär Zuflucht. Dieser macht ihn nach dem Sieg der Revolution wegen seines rednerischen Talentes Agitator für die neue Regierung. Von den sozialistischen Idealen überzeugt, wirbt Iskandar aktiv, mit großer Leidenschaft und Einsatzfreude für das bolschewistische Regime. Auch im  Familienalltag versucht er, die neuen Ideen umzusetzen, trotz des Widerstandes seiner Frauen. Seine Popularität unter den Einheimischen wächst enorm, was er sichtlich genießt. Erst spät wird ihm klar, dass das Neue auch sein Privatleben grundsätzlich verändert hat. Er verliert sich in den Widersprüchen der Revolution, wird vom glühenden Agitator zum Opfer und droht sowohl seine Familie als auch sein reines Gewissen zu verlieren.

SwS