Kapitel 5

DER ZEUGE

A TANÚ

Ungarn 1969, R: Péter Bacsó

Format: Blu-Ray, DCP // Sprachfassung: OmeU

Eine Filmsatire über die Mechanismen politischer Machtausübung zur Zeit des Stalinismus in Ungarn. József Pelikán, ein einfacher Deichwächter, soll benutzt werden, um seinen zum Minister avancierten Jugendfreund Dániel aus dem Weg zu räumen. Um Pelikán gefügig zu machen, betraut man ihn mit Aufgaben, an denen er scheitern muss, und ihm dieses Scheitern als Sabotage aus. Solchermaßen Weise „bearbeitet“, steht er unversehens als Zeuge der Anklage vor Gericht – und scheitert erneut.

Der etwas naive, aber aufrichtige Pelikán kommt ins Gefängnis, nachdem er des Schwarzschlachtens überführt wird. Von da an folgt sein Leben einem irrationalen, absurden Kurs. Unerwartet wird er aus dem Gefängnis entlassen, kurz darauf von einer Limousine abgeholt und in eine Villa gebracht. Dort wird er vom Genossen Virág erwartet, der ihm die unglaublichsten Posten aufdrängt, in denen er folgerichtig auf den Bauch fallen muss. Jedes Mal kommt er ins Gefängnis, wird von Virág wieder herausgeholt und mit der nächsten unerfüllbaren Aufgabe betraut. Ziel dieser ungewöhnlichen „Bearbeitung“ ist es, Pelikán zum Zeugen der Anklage im Schauprozess gegen Dániel zu machen. Erst zehn Jahre nach seiner Fertigstellung kam der Film regulär ins ungarische Kino, lief dort wochenlang und wurde zum Kultfilm. Dank dem Engagement des ungarischen Kulturzentrums in Ost-Berlin wurde DER ZEUGE auch unter eingeweihten Filmfans in der DDR bekannt.

KF