Kapitel 3

DAS LAND HINTER DEM REGENBOGEN

DDR 1990, R: Herwig Kipping

Format: 35mm/ DVD // Sprachfassung: deutsche OV

Die Vision des Kommunismus, legiert mit den Realitäten des kleinen Dorfes Stalina und gipfelnd im 17. Juni 1953 – ein märchenhaftes und satirisch überhöhtes Panoptikum im Spannungsfeld zwischen Utopie und Realität. Der Film erhielt 1992 den Deutschen Filmpreis.

Nach dem Zusammenbruch der DDR erhält Herwig Kipping - seit seinem Regie-Diplom als Geheimtipp bekannt – erstmals eine Chance, seinen lang geplanten Debütfilm zu realisieren. Eine Materialsammlung lag der DEFA schon seit 1986 vor, aber der renitent auf seinen historischen Wahrheiten bestehende Regisseur war nicht kompatibel mit der Diktatur der SED. Kein Wunder, dass ihm nun der Film zur lustvoll-sarkastischen Abrechnung mit der DDR gerät. Schauplatz ist das Dorf Stalina im Jahr 1953. Vor den Augen dreier halbwüchsiger Kinder prallen hier die Hoffnungen auf eine neue paradiesische Zeit mit den konkreten Machtkämpfen und individuellen Eigenheiten einer dörflichen Gemeinschaft zusammen und gipfeln schließlich in der Revolte des 17. Juni. Eine satirische Apokalypse in phantastischen Bildern.

KF