Kapitel 2

EIN KURZER ARBEITSTAG

KRÓTKI DZIEŃ PRACY

Polen 1981, R: Krzysztof Kieślowski

Format: 35mm, HD-File // Sprachfassung: OmU (35mm), OmeU (HD-File)

Nach von der Regierung beschlossenen drastischen Preiserhöhungen kommt es im Juni 1976 im südostpolnischen Radom zu Streiks und zur Belagerung des örtlichen Parteikomitees, das schließlich gestürmt und in Brand gesteckt wird. Jahrelang verboten, versucht der Film das Geschehen aus Sicht des damaligen 1. Parteisekretärs von Radom zu rekonstruieren.

Juni 1976: Die Euphorie der ersten Gierek-Jahre, in denen es Polen – nicht zuletzt dank üppiger Kredite aus dem Westen – vergleichsweise gut ging, beginnt langsam abzuklingen. Vom Spagat zwischen realer Wirtschaftslage und der Politik stabiler Preise überfordert, beschließt die Regierung in Warschau drastische Preiserhöhungen. Und zwar just da, wo es das Gros der Bevölkerung am empfindlichsten trifft: bei Lebensmitteln. In Radom im Südosten des Landes kommt es zu ersten Streiks, die Belegschaften gehen auf die Straße, ziehen vors Parteikomitee, wo dessen 1. Sekretär, selbst schockiert vom Ausmaß der Preiserhöhungen, versucht, die vor dem Gebäude versammelten Menschen zu beruhigen. Während er noch mit ihnen verhandeln will, rät der örtliche Polizeichef stattdessen zum Einsatz von Gewalt. Auch die Warschauer Parteiobrigkeit besteht, wenn überhaupt am Telefon, auf Unnachgiebigkeit. Schließlich dringt die aufgebrachte Menge in das Gebäude vor, aus dem bald Rauch aufsteigt...

PN